Sandra Hüller hat keine Angst vor Verzerrung, Deformierung oder
gar Entstellung. Im Gegenteil sind es genau diese Rollen, in denen die
junge Schauspielerin ihr außergewöhnliches Talent erst richtig
zur Geltung bringt. Bekannt wurde Sandra Hüller vor allem durch ihre
Hauptrolle in Hans-Christian Schmids Film „Requiem“. Hier
spielte sie 2006 die an Epilepsie erkrankte „Michaela Klingler“,
deren gebrochene Persönlichkeit die junge Schauspielerin mit ihrer
extremen Wandelbarkeit und herausragenden Ausdruckskraft brillant verkörperte.
Denn so unscheinbar die 1978 in Suhl geborene Schauspielerin auf der einen
Seite wirkt, so expulsiv und kompromisslos zeigt sie ihre zweite Seite.
Sandra Hüller beeindruckt mit einem wechselseitigen Schauspiel zwischen
den Extremen, für das sie bereits bedeutende Auszeichnungen erhalten
hat. Für ihre Rolle der Julia in „Romeo und Julia“ von
William Shakespeare unter der Regie von Sebastian Nübling und der
Dora in „Die sexuellen Neurosen unserer Eltern“ von Lukas
Bärfuss wurde sie bereits 2003 von der Zeitschrift „Theater
heute“ zur Nachwuchsschauspielerin des Jahres gekürt. Auch
für ihre Rolle in Requiem erhielt sie unter anderem den Silbernen
Bären, den Deutschen Filmpreis und den Bayrischen Filmpreis für
ihre Leistung als beste (Nachwuchs) darstellerin.
2009 folgte die Auszeichnung mit dem Ulrich-Wildgruber Preis, der
nicht nur ihre herausragende schauspielerische Leistung anerkennt, sondern
auch ihre Eigenwilligkeit honoriert, mit der sie jedes Werk individuell
mitgestaltet, neue Ideen entwickelt und innovative Akzente setzt.
