Ulrich-Wildgruber-Preis 2009
Sandra Hüller

Sandra Hüller hat keine Angst vor Verzerrung, Deformierung oder gar Entstellung. Im Gegenteil sind es genau diese Rollen, in denen die junge Schauspielerin ihr außergewöhnliches Talent erst richtig zur Geltung bringt. Bekannt wurde Sandra Hüller vor allem durch ihre Hauptrolle in Hans-Christian Schmids Film „Requiem“. Hier spielte sie 2006 die an Epilepsie erkrankte „Michaela Klingler“, deren gebrochene Persönlichkeit die junge Schauspielerin mit ihrer extremen Wandelbarkeit und herausragenden Ausdruckskraft brillant verkörperte.

Denn so unscheinbar die 1978 in Suhl geborene Schauspielerin auf der einen Seite wirkt, so expulsiv und kompromisslos zeigt sie ihre zweite Seite. Sandra Hüller beeindruckt mit einem wechselseitigen Schauspiel zwischen den Extremen, für das sie bereits bedeutende Auszeichnungen erhalten hat. Für ihre Rolle der Julia in „Romeo und Julia“ von William Shakespeare unter der Regie von Sebastian Nübling und der Dora in „Die sexuellen Neurosen unserer Eltern“ von Lukas Bärfuss wurde sie bereits 2003 von der Zeitschrift „Theater heute“ zur Nachwuchsschauspielerin des Jahres gekürt. Auch für ihre Rolle in Requiem erhielt sie unter anderem den Silbernen Bären, den Deutschen Filmpreis und den Bayrischen Filmpreis für ihre Leistung als beste (Nachwuchs) darstellerin.

2009 folgte die Auszeichnung mit dem Ulrich-Wildgruber Preis, der nicht nur ihre herausragende schauspielerische Leistung anerkennt, sondern auch ihre Eigenwilligkeit honoriert, mit der sie jedes Werk individuell mitgestaltet, neue Ideen entwickelt und innovative Akzente setzt.