Ulrich-Wildgruber-Preis 2011
André Szymanski

André Szymanski hat keine Scheu davor, die harte Realität auf die Bühne zu bringen. Ob als Drogenabhängiger oder Stricher, viele seiner Rollen spiegeln Einblicke in jene gesellschaftlichen Milieus wieder, vor denen gerne die Augen verschlossen werden. Dabei sind sie so allgegenwärtig wie nah: Für seine Rolle in „Personenkreis 3.1.“ arbeitete Szymanski mit einem Exjunkie vom Berliner Bahnhof Zoo zusammen, der ihm half, einen Drogenrausch so authentisch wie möglich zu inszenieren.

Die Karriere begann für den 1974 geborenen Chemnitzer eher zufällig. Nachdem er während einer Kneipentour einige Schauspielstudenten kennenlernte, bewarb er sich kurzerhand an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch und wurde als einziger unter den rund 1000 Bewerbern ausgewählt. Nach seinem Studium zog es Szymanski zunächst an die Baracke des Deutschen Theaters, bis er 1999 an die Schaubühne am Lehniner Platz wechselte. Hier arbeitete er unter anderem mit Thomas Ostermeier, Sasha Waltz, Christina Paulhofer oder Falk Richter zusammen. Seit 2009 ist Szymanski festes Ensemblemitglied des Thalia Theaters in Hamburg.

Szymanskis schauspielerisches Talent ist verbunden mit einem eindrucksvollen Willen, die Wirklichkeit unverblümt zu zeigen. Rollen mit extremer körperlicher Belastung, die seine Grenzen immer wieder von neuem ausreizen, sind dabei fester Bestandteil seiner darstellerischen Leistungen, die nun mit dem Ulrich-Wildgruber-Preis 2011 anerkannt werden.