André Szymanski hat keine Scheu davor, die harte Realität
auf die Bühne zu bringen. Ob als Drogenabhängiger oder Stricher,
viele seiner Rollen spiegeln Einblicke in jene gesellschaftlichen Milieus
wieder, vor denen gerne die Augen verschlossen werden. Dabei sind sie
so allgegenwärtig wie nah: Für seine Rolle in „Personenkreis
3.1.“ arbeitete Szymanski mit einem Exjunkie vom Berliner Bahnhof
Zoo zusammen, der ihm half, einen Drogenrausch so authentisch wie möglich
zu inszenieren.
Die Karriere begann für den 1974 geborenen Chemnitzer eher zufällig.
Nachdem er während einer Kneipentour einige Schauspielstudenten kennenlernte,
bewarb er sich kurzerhand an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst
Ernst Busch und wurde als einziger unter den rund 1000 Bewerbern ausgewählt.
Nach seinem Studium zog es Szymanski zunächst an die Baracke des
Deutschen Theaters, bis er 1999 an die Schaubühne am Lehniner Platz
wechselte. Hier arbeitete er unter anderem mit Thomas Ostermeier, Sasha
Waltz, Christina Paulhofer oder Falk Richter zusammen. Seit 2009 ist Szymanski
festes Ensemblemitglied des Thalia Theaters in Hamburg.
Szymanskis schauspielerisches Talent ist verbunden mit einem eindrucksvollen
Willen, die Wirklichkeit unverblümt zu zeigen. Rollen mit extremer
körperlicher Belastung, die seine Grenzen immer wieder von neuem
ausreizen, sind dabei fester Bestandteil seiner darstellerischen Leistungen,
die nun mit dem Ulrich-Wildgruber-Preis 2011 anerkannt werden.
